Factory Farming Pigs

Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung wird immer mehr zum Problem

Der exzessive Verbrauch von Antibiotika erschwert die Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und begünstigt Multiresistenzen. Erst kürzlich stellte die WHO das besorgniserregende Szenario einer postantibiotischen Ära in den Raum. Viel zu wenig in diesem Zusammenhang erwähnt wird die Tatsache, dass sich die gefährlichen Keime nicht nur in den Krankenhäusern sondern auch in den Ställen vermehren. Mit dem Mist gelangen sie auf die Felder und so in die Nahrungskette. Die Gefahrensind längst bekannt, Studien hierzu gibt es zahlreiche, und selbst Schriftsteller nehmen sich bereits dieses Themas an – „Am zwölften Tag“ heisst etwa das neue Buch des preisgekrönten deutschen Autors Wolfgang Schorlau, der sich mit den Zuständen in den „Fleischfabriken“ befasst. Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung hat sich in den vergangenen Jahren ungehindert vervielfacht, und der Großteil dieser Medikamente wird inzwischen in der Tierhaltung und nicht in der Humanmedizin verbraucht. Dass trotz dieses Wissens die Politik nicht entsprechend handelt, ist eigentlich unglaublich: Mit der mächtigen Fleischindustrie will man sich offenbar nicht gerne anlegen. Sollte man aber – denn wie sonst ist das Thema Multiresistenzen in den Griff zu bekommen?