In heikler Mission unterwegs

Der österreichische Notarzt Dr. Michael Kühnel ist seit kurzem im Ebola-Krisengebiet Sierra Leone. Dass Hygiene für die Vermeidung einer Ansteckung wichtig ist, möchte er den Menschen näher bringen.

Der erfahrene Arzt Dr. Michael Kühnel sieht seine Aufgabe darin, den Menschen die Gefahren durch mangelnde Hygiene näherzubringen: „Mir ist es wichtig, die Menschen über die Ansteckungsmechanismen des Virus aufzuklären und Hygieneschulungen durchzuführen“, erklärt Kühnel (Das Ebola-Virus wird sowohl von Mensch zu Mensch als auch über sogenannte Flughunde übertragen, die in Sierra Leone auch verzehrt werden). Kühnel gilt als international erfahrener Experte: mehrere Einsätze – zuletzt nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti – haben den ausgebildeten Notarzt sowie Trinkwasser- und Hygienespezialisten bereits reichlich Erfahrung sammeln lassen. Nun ist der 38jährige in äußerst heikler Mission unterwegs: allein in Sierra Leone gibt es 132 Verdachtsfälle der äußerst aggressiven und zumeist tödlich verlaufenden Ebolakrankheit – 50 davon sind bereits von den lokalen Behörden bestätigt worden. Wie wichtig Hygiene ist, kann am Beispiel von Ebola wieder einmal sehr gut beobachtet werden: Während in Zentralafrika die Sterblichkeit durch das Ebola-Virus 50 – 90 Prozent beträgt, ist ein Auftreten der Epidemie in Westeuropa schon wegen der dortigen hygienischen Verhältnisse nahezu ausgeschlossen. Dennoch gilt: Im Bereich Hygiene kann nie genug getan werden und unsere Spitäler sind in anderer Art und Weise gefordert, dieses wichtige Thema stets im Auge zu behalten.