Dr. Ulrich Rosien

„Viszeralmedizin 2014“ – Stuhltransplantation bei clostridium difficile Patienten Top-Thema des Kongresses

Der nosokomiale Keim clostridium difficile ist eine der größten Herausforderungen für Krankenhäuser. Eine relativ neue Therapie gibt Grund zur Hoffnung und könnte in Zukunft als neuer Standard empfohlen werden, sagt Dr. Ulrich Rosien, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Patienten, die mit dem Bakterium clostridium difficile infiziert sind, können seit einigen Jahren mit der Methode der Stuhltransplantation gut therapiert werden. Im Vergleich zur Antibiotikatherapie wird durch diese Art der Darmregulierung versucht, das natürliche Gleichgewicht des Mikrobioms wieder herzustellen. Der Darm reguliert sich von selbst und die mit der Infektion einhergehenden schweren Durchfälle bleiben aus. „Die Betroffenen können durch die Übertragung von fremdem Stuhl nun dauerhaft geheilt werden“, sagt Dr. Ulrich Rosien, leitender Arzt in der Medizinischen Klinik des Israelitischen Krankenhauses in Hamburg. Eine 2013 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass bei rund 90 Prozent der Patienten, bei denen die Erkrankung trotz einer speziell auf sie ausgerichteten Antibiotikatherapie wieder ausgebrach, die Stuhlübertragung erfolgreich war. „Das Verfahren ist der konventionellen Behandlung so weit überlegen, dass es bei wiederkehrenden Infektionen mit Clostridium difficile als neuer Standard empfohlen werden kann“, sagt Rosien. Infos zum Kongress Viszeralmedizin 2014